Der brasilianische Film
Lange Zeit galt der brasilianische Film in der internationalen Filmszene als vergleichsweise unbedeutend. Doch gerade im letzten Jahrzehnt ist das anders geworden. Wem sagt zum Beispiel der Film „Die Guerillos sind müde“ von 1998 nicht etwas. Auch der Regisseur José Padilha ist kein Unbekannter mehr, spätestens seit den 58. Berliner Filmfestspielen, als sein Werk „Tropa de Elite“ einen Goldenen Bären erhielt.
Der brasilianische Film spiegelt meist nicht irgendeine vorgegaukelte Realität vor, sondern zeigen das Leben in Brasilien, zeigen die Menschen dort versuchen, ihr Leben zu meistern. Dabei wird auch nicht davor zurückgeschreckt, die Favelas zu zeigen, die Orte also, an denen viele Menschen regelrecht gestrandet sind. Sie kamen in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die großen Städte und landeten am Rande der Gesellschaft.
Das Filmgeschäft entwickelte sich in Brasilien schon in den vierziger Jahren zu einem einträglichen Zweig der Wirtschaft. So wurde zum Beispiel in Sao Paulo die Vera-Cruz-Filmgesellschaft gegründet, die Filme verwirklichen sollte, die ein internationales Format haben. Um 1990 begann in Brasilien ein bedauernswertes Filmtheater-Sterben, vor allem in ländlichen Regionen, da das Fernsehen das Kino immer mehr in den Hintergrund drängt. Unbeeindruckt davon produzieren brasilianische Filmemacher Meisterwerke wie „Central do Brasil“.
Kennern dürfte das Cinema Novo ein Begriff sein. Das Cinema Novo beschäftigt sich mit sozialkritischen Themen und zeigt unter Verwendung minimaler finanzieller Mittel die raue Wirklichkeit. Ein Problem war lange Zeit das Militärregime, denn Filme mit einer allzu harten Kritik an der Gesellschaft unterlagen der Zensur. Doch die Filmemacher fanden immer neue Wege, um ihre Vorstellungen zu verwirklichen.