Orfeu Negro
Der brasilianische Film „Orfeu Negro“ wurde 1959 beim Filmfestival in Cannes mit der Goldenen Palme geehrt und erhielt 1960 den Oscar für den besten ausländischen Film. Außerdem war er Gewinner des Golden Globe als bester ausländischer Film.
Der antike Mythos von Orpheus und Eurydike wird in dem Film in die Gegenwart verlegt und spielt nun im Karneval von Rio de Janeiro. Das Mädchen Euridice verlässt ein Fährschiff und kommt nach Leme, einem schicken Stadtteil von Rio unweit von Copacabana. Hier trifft sie auf en Straßenbahnschaffner Orfeu. Ein Flirt bahnt sich an. Euridice erkundigt sich bei ihrem Bekannten Hermes, wie sie am besten nach Babilonia kommen könnte, einer Favela, in der ihre Kusine Serafina beheimatet ist.
Orfeu ist eigentlich schon vergeben. Er und seine Verlobte Mira haben das Aufgebot bereits bestellt. Orfeu ist Musiker in einer Sambaschule und finanziell sieht es eher mau aus. Das Geld, was Orfeu bekommen hat, steckt er nicht in ein Geschenk für seine Braut, sondern löst seine Gitarre beim Pfandleiher aus. Die Sambaschule bereitet sich auf den Karneval vor, wie auch Serafina, ihrerseits eine Nachbarin von Orfeu.
Euridice und Orfeu treffen sich erneut und verlieben sich. Euridice leiht sich ein Kleid von Serafina, und bei den Anproben trifft sich auf einen Gestalt, verkleidet im Kostüm des Todes: Der Mann, vor dem Euridice bereits aus ihrer Heimat geflohen war. Nachdem Orfeu den Mann vorerst vertrieben hat, verbringen er und Euridice die Nacht zusammen. Orfeu wird ungewollt zum Mörder von Euridice, als sie sich vor ihrem Verfolger auf eine Straßenbahn geflüchtet hat und Orfeu den Stromkreis einschaltet – Euridice hatte sich an der Oberleitung festgehalten.
Orfeu stirbt am Ende des Films ebenfalls, als er Euridice nach Babilonia trägt und dort von der eifersüchtigen Mira empfangen wird. Sie wirft einen Stein nach ihm, der ihn am Kopf trifft. Orfeu fällt einen Steilhang hinab und stirbt.
Im Jahr 1999 erschien ein Remake des Films unter dem Namen „Orfeu“. 2005 wurde eine Dokumentation in Cannes vorgestellt, die Interviews mit Darstellern präsentiert. Sie trägt den Titel „Recherche d’Orfeu Negro“. Die Musik des Films beinhaltet einige Klassiker des Bossa Nova, alles voran Orfeu Negro, von Luis Bonfa.
Zu den am weitesten verbreiteten Kunsthandwerksformen in Brasilien gehört neben dem Häkeln auch das Sticken. Wenn ein Handtuch bestickt werden soll, wird zuerst ein entsprechendes Muster entworfen. Das liegt ganz in den Händen des Kunden. Er sucht sich ein Bild aus oder entwirft es selbst und diese Vorgaben werden an den Künstler übermittelt. Daraus wird dann ein Stickmuster gefertigt, welches am Ende auf das Handtuch übertragen wird. Möglich ist fast alles, nur zu sehr ins Detail sollte die Bestickung nicht gehen.